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Mendener Stiftung Denkmal und Kultur restauriert Poenige-Turm
Ein Traum wird wahr


MENDEN - Erst Mitte April 2010 ist das Schmarotzerhaus an der Stadtmauer mit einem historischen Kulturtag seiner Bestimmung übergeben worden – und bereits jetzt haben Peter Hoppe und Jan Dirk Hartmann aus dem Vorstand der Mendener Stiftung Denkmal und Kultur das nächste Projekt vor: In Zusammenarbeit mit der Stadt und den Stadtwerken Menden als Sponsor wird die Stiftung den Poenigeturm restaurieren und für die Öffentlichkeit zugänglich machen.

"Eigentlich wollten wir uns erst einmal zurücklehnen, aber dann kamen ein paar Dinge zusammen: Das Modell nach dem Urkataster war fertig und die Idee das im Poenigeturm auszustellen. Dann haben wir gesagt: Machen wir's", äußert Jan Dirk Hartmann aus dem Stiftungsvorstand. Für Bürgermeister Volker Fleige und viele Mendenerinnen und Mendener wird damit "ein Traum wahr und der Turm endlich aus seinem Dörnröschenschlaf geweckt". Weiter spicht der Bürgermeister mit Blick auf die Kooperationspartner von einem "außerordentlichen Glücksfall für die Stadt" und freut sich über die mögliche Nutzungsweise.

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Freuen sich über das Engagement der Stiftung Denkmal und Kultur um Stiftungsvorstand Jan Dirk Hartmann (re.): Museumsleiterin Jutta Törnig-Struck, Ulrike Lischka (Bauverwaltung), Pressesprecher Manfred Bardtke und Bürgermeister Volker Fleige.
 
 

Der Poenigeturm ist neben Teufelsturm, Schmarotzerhaus und Stadtmauer einer der Schwerpunkte, die noch von der mittelalterlichen Befestigungsanlage der Stadt übrig geblieben sind. Durch die Restaurierung sind alle wichtigen Punkte erhalten, die die Stadt bis heute in ihrer Grundstruktur prägen. "Wir haben uns vorgestellt, dass Menden ein Freilichtmuseum werden könnte, in dem man Geschichte ergehen kann, um sie auch besser zu begreifen. Es wäre wunderbar, wenn wir alle Führungen im Poenigenturm am Stadtmodell beginnen könnten. Dann kann man verstehen, wie Menden war, wie´s ist und warum es so ist", erläuterte Museumsleiterin Jutta Törnig Struck und wies bei ihren Erklärungen auf einen weiteren interessanten Aspekt hin, als in einer Zeit sich ändernder Kriegsführung die Befestigungstürme zu Gefängnissen umfunktioniert wurden: "Im 17. Jahrhundert waren da Straftäter untergebracht, im Poenigeturm die Straftäter von der Stadt und im Teufelsturm die vom Amt Menden. Also alles, was in Oesbern Verbrechen begangen hat, wurde in den Teufelsturm gesperrt."

Ein Blick in den Poenigeturm verrät dessen Struktur mit unten sehr dicken und nach oben immer dünner werdenden Wänden. "Wir erreichen erst in der Mitte des Gebäudes einigermaßen Raumgröße, deswegen müssen wir eine Treppe bauen vom Eingangs- in den mittleren Bereich", teilte Bürgermeister Fleige mit, welche architektonischen Herausforderungen zu bewältigen sein werden. Schon beim Anbringen der Treppe sind einige Auflagen zu beachten, wie Ulrike Lischka aus der Bauverwaltung verdeutlicht: "Wir müssen etwas finden ohne den Turm in seiner Grundsubstanz anzugreifen oder zu viel von dieser Substanz mit der neuen zu verbinden. Wir werden ein fast alleintragendes Element finden müssen, bestehend aus Treppen mit Podesten, was aber permanent in den seitlichen Mauerwänden verankert, quasi in sich selber ruht. Wir müssen da wieder so innovativ wie beim Schmarotzerhaus sein."

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So schaut es derzeit im Inneren des Turmes aus.
 
 

Nicht möglich wird der Zutritt für in der Bewegung benachteiligte Menschen sein, da aus Gründen des Denkmalschutzes kein Aufzug am oder im Turm installiert wird. Die Stadtverwaltung hat das Stadtmodell aber bereits 1:1 fotografieren lassen und wird es nach entsprechendem Umzug auch weiterhin im Rathaus zumindest in einem großen Abbild präsentieren können.

An einem weiteren Punkt wird die Stadt auch durch die Umbauten am Poenigeturm nichts ändern, wie Bürgermeister Fleige versichert: "Dieser Turm ist eine Brutstätte der Dohlen, wir werden darauf achten, dass diese Brutstätte erhalten bleibt, da werden wir dem Wunsch unserer Naturfreunde entsprechen." nico




Bild Chronik des Poenigeturms


 





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