leer Haus
         
   

Schmarotzerhaus wird an die Stadt Menden übergeben
Das Schmarotzerhaus ist ein Schmuckstück


27. November 2009 - Menden - In der Häuserzeile der Straße An der Stadtmauer fällt die Hausnummer 5 eigentlich nicht besonders auf. Das Häuschen fiel eigentlich mehr als Schandfleck ins Auge, als es noch nicht restauriert war. Jetzt ist es aber wieder in Ordnung, 300 Jahre nach seiner Errichtung, und ein blendendes Beispiel für gelungene Denkmalerhaltung. Das kleine Haus wurde mit großem Bahnhof von der Mendener Stiftung Denkmal und Kultur an die Stadt Menden übergeben und Landesminister Eckhard Uhlenberg persönlich nahm an diesem Akt teil.



Der sehr sympatisch auftretende Werler Landesminister Eckhard Uhlenberg kennt sich aus in Menden, seine Großeltern stammen vom Gut Bertingloh in Halingen. Wohl als erstes "Familienmitglied" trug er sich ins Goldene Buch der Stadt ein, das Bürgermeister Volker Fleige in den Firmensitz von Finanzdienstleister Peter Hoppe hatte bringen lasen.

Peter Hoppe darf als "Vater" des wiederhergestellten Schmarotzerhauses bezeichnet werden. Allerdings hatte er seine Lobeskanne gut gefüllt und goss sie bei der Übergabe vor dem Häuschen über die vielen Mitstreiter aus, die die Restaurierung erst möglich gemacht hatten. Er nannte an erster Stelle Jan Dirk Hartmann, von dem man bislang glauben musste, er sei eine "Erfindung" Hoppes: Als Mitglied des Stiftungs-Vorstandes war er in den zwei Jahren der Planung- und Restaurierungsphase oft genannt worden, aber nie in Erscheinung getreten. Jetzt wurde er aber unter dem Beifall der vielen Teilnehmer ins Rampenlicht geholt. Die Straße An der Stadtmauer war gesperrt, als die Einweihungsgesellschaft sich vor dem Haus versammelte.

Sie konnten anschließend in kleinen Gruppen die Räume besichtigen, die erst ab dem nächsten Jahr museal eingerichtet werden. Mit einem schönen Gag verdeutliche Peter Hoppe, warum Denkmalpflege in einer Stadt wichtig ist, um junge Leute zu binden und ihren Sinn für Geschichte zu schärfen: Auf einen scharfen Pfiff auf der Trillerpfeife hin öffneten sich die Fenster in der Front, und aus dem Haus heraus sang der Chor der Westschule "Kein schöner Land" und "Wir sind Kinder...".

Welche Arbeit in und hinter dem Projekt steckt, machte Peter Hoppe vor der Schlüsselübergabe an Bürgermeister Volker Fleige deutlich, und er betonte die Rolle der Sparkasse Menden (heute Märkisches Sauerland Hemer-Menden), die mit einem großen Betrag den finanziellen Anstoß gegeben hatte. Architekt, Handwerker, Freunde und Familie zählte Hoppe auf, und dass er nach der Restaurierung seines eigenen Firmensitzes dankbar war in Denkmalpflegerin Dr. Barbara Seifen und Ulrike Lischka aus dem Rathaus erneut wichtige Ratgeberinnen gehabt zu haben. Dr. Seifen hielt ihren Beitrag kurz: Es wurde bei strömendem Regen immer kälter.

© 2009: Peter Teichmann (Mendener Zeitung)


Bild Museum


 


Startseite   Impressum